Niedersachsen fordert strengere Regeln für Lootboxen in Online Spielen

Der niedersächsische Landtag hat sich für eine stärkere Regulierung von glücksspielartigen Inhalten in Videospielen wie EAFC ausgesprochen. SPD, Grüne und CDU stimmten zu, die AfD enthielt sich. Zur Debatte stehen unter anderem Altersfreigaben, mehr Transparenz und Kennzeichnungspflichten.

Darstellung einer Lootbox.

Glücksspielartige Inhalte wie Lootboxen stehen immer wieder im Mittelpunkt regulatorischer Diskussionen (Symbolbild). © Sameboat/wikipedia

Landtag spricht sich für strengere Regulierung aus

Der Landtag von Niedersachsen habe sich laut der Süddeutschen Zeitung für eine stärkere Regulierung von Online-Spielen mit glücksspielähnlichen Mechanismen ausgesprochen. Besonders problematisch seien sogenannte Lootboxen, bei denen Spieler virtuelle Pakete kaufen, ohne vorher zu wissen, welche Inhalte sie erhalten.

Ein Lockangebot, ohne zu wissen, was man kauft – das kommt einem Einstieg in das Glücksspiel gleich.”Miriam Staudte, deutsche Verbraucherschutzministerin, Süddeutsche Zeitung

Verbraucherschutzministerin Miriam Staudte habe betont, dass diese Mechanismen Kinder und Jugendliche dazu verleiteten, wiederholt Geld auszugeben, um im Spiel voranzukommen oder bessere Inhalte zu erhalten.

Forderung nach Altersbeschränkungen und Transparenz

Auf Antrag der SPD und der Grünen habe der Landtag beschlossen, sich auf EU-Ebene für eine strengere Regulierung einzusetzen. Dazu gehöre eine Kennzeichnungspflicht für suchtfördernde Elemente sowie eine mögliche Altersfreigabe ab 18 Jahren für Spiele mit Lootboxen. Zudem solle eine transparentere Preisgestaltung gewährleistet werden, da viele Spiele mit virtuellen Währungen arbeiten würden, die den tatsächlichen finanziellen Aufwand verschleiern würden.

Diese Maßnahmen könnten dann auch verkaufsstarke Spiele wie FIFA-Nachfolger EAFC betreffen, das für seine jüngste Ausgabe erstmals eine Altersfreigabe ab 12 Jahren erhielt. Überraschenderweise ist das Oberlandesgericht Wien (OLG Wien) in Österreich jedoch im Oktober 2024 zu der Entscheidung gekommen, dass Lootboxen in den FIFA-Spielen des Herstellers EA kein Glücksspiel seien und hat damit ein Urteil aus dem Vorjahr revidiert.

In Belgien mussten die Entwickler von Spielen wie Overwatch und CS:GO dagegen bereits ihre Monetarisierungsmodelle anpassen. Bald könnte das Spiel League of Legends von Publisher Riot Games folgen.

Die Initiative sei im Landtag mit Unterstützung von SPD, Grünen und CDU angenommen worden, während sich die AfD enthalten habe. So berichtet auch die Zeit. Direkte gesetzliche Auswirkungen habe der Beschluss nicht, doch solle er als Grundlage für eine bundes- und EU-weite Diskussion dienen. Befürworter des Antrags sähen in Lootboxen eine Einstiegsdroge ins Glücksspiel und forderten umfassendere Maßnahmen zum Schutz von Verbrauchern und Jugendlichen.

Konferenz zum Thema Lootboxen – Glücksspiel oder harmloser Freizeitspaß?

Juristisch ist, zumindest in Deutschland, noch unklar, ob Lootboxen als echtes Glücksspiel einzustufen sind. Während Länder wie Niedersachsen und Bremen strengere Regeln fordern, bleibt die Bundesregierung bislang zurückhaltend und setzt auf die Verantwortung der Anbieter. Bleibt es bei Appellen oder folgen konkrete Maßnahmen?

Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt einer von gluecksspielwesen.de ausgerichteten Konferenz am 6. März 2025 von 10:00 bis 12:00 Uhr, bei der Experten aus Politik, Wissenschaft und Industrie die Problematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten sollen. Unter anderem diskutieren Richard Eibl (Patronus), Thore Güldner (SPD Niedersachsen), Dariush Hassanpour (Die Linke Bremen), Prof. Dr. Martin Maties (Uni Augsburg) und Elisabeth Secker (USK) über Regulierungsansätze und Verantwortung. Moderiert wird die Veranstaltung von Robert Hess (Behörden Spiegel-Gruppe).

Interessierte können sich hier kostenfrei für das Webinar anmelden und sich an der Diskussion beteiligen.

Lootboxen waren in der jüngeren Vergangenheit immer wieder in den Fokus von Verbraucherschützern, aber auch von Konsumenten geraten. Der bekannte deutsche YouTube- und Twitch-Streamer Trymacs (30) hat beispielsweise auf Pay-2-Win-Mechaniken in EA Sports FC25 reagiert und die im Spielmodus Ultimate-Team enthaltenen Lootboxen als illegales Glücksspiel bezeichnet.

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