Skandal im Skisprung: Legende Sven Hannawald kritisiert Norweger hart und fordert Reformen

  • Die Skisprung-Szene befindet sich nach dem Skandal um manipulierte Anzüge in Aufruhr.
  • Weitere Springer haben Betrug mit ihren Anzügen zugegeben.
  • Skisprung-Legende Sven Hannawald fordert dringend Reformen.
Aufnahme einer Skisprungschanze in Oslo, Norwegen.

Sven Hannawald sieht Gefahren für das Skispringen durch den Skandal der manipulierten Anzüge (Symbolbild). © Wikipedia

Skisprung-Skandal spitzt sich weiter zu

Seit einigen Wochen herrscht große Unruhe in der Skisprung-Szene. Bei der nordischen Ski-WM 2025 wurden fünf norwegische Springer mit manipulierten Anzügen entlarvt und daraufhin disqualifiziert. Ihre Medaillen wurden ihnen aberkannt.

Vor wenigen Tagen erschütterte ein weiteres Geständnis die Sportart. Der fünfmalige Tournee-Sieger Janne Ahonen, 47, gab ebenfalls Anzug-Manipulationen zu. Während seiner aktiven Karriere habe er gegen die Regeln verstoßen:

“Wir sind alle bis an die Grenzen – und ein wenig drüber. Ich habe nie etwas auf meinen Anzug gepackt, was nicht erlaubt war, aber wenn es um die Größe geht, habe ich die Vorschriften überzogen und die Grenze überschritten.”Janne Ahonen, ehemaliger Skispringer, Focus

Ahonen habe in diesem Zusammenhang betont, stets von den Regelbrüchen gewusst zu haben. Die Aussagen des ehemaligen finnischen Skispringers haben für viel Aufregung im Skispringen gesorgt. Jetzt hat sich auch Skisprung-Legende Sven Hannawald, 50, zu Wort gemeldet.

Hannawald sieht gesamte Sportart in Gefahr

Aufnahme von Sven Hannawald aus dem Jahr 2019.

Sven Hannawald zeigte sich im Interview entsetzt und schockiert über den Anzug-Skandal. © Wikipedia

Hannawald ist einer der erfolgreichsten Skispringer aller Zeiten und gilt in der Sportart als Ikone. Vor wenigen Tagen wurde ein Interview mit Hannawald veröffentlicht, in dem er sich zu dem Skandal rund um die manipulierten Anzüge geäußert hatte.

Hannawald sehe den aktuellen Skandal als großes Problem für den Skisprung an. Seiner Meinung nach sei die Sportart lächerlich gemacht worden. Wenn man sich über den Sport informieren wolle, stoße man nur auf Skandale und Betrügereien.

Des Weiteren habe Hannawald betont, dass auch während seiner aktiven Zeit als Skispringer die Regeln ausgedehnt worden seien. Im Fall der Norweger sei jedoch bewusst manipuliert worden, denn sie hätten das gesamte Material verfälscht.

Darüber hinaus habe Hannawald Zweifel an den Aussagen der Skispringer Marius Lindvik, 26, und Andre Forfang, 29. Beide wurden bei der nordischen Ski-WM wegen ihrer manipulierten Anzüge gesperrt. Sie hätten behauptet, nichts von den Manipulationen gewusst zu haben. Laut Hannawald sei dies völliger Schwachsinn, denn in einer solch sensiblen Sportart würden die Springer jeden halben Zentimeter bemerken, der sich anders angefühlt habe.

Hannawald bezichtigte den Kombinierer Jørgen Graabak, 33, der Lüge. Denn dieser habe behauptet, nicht zu wissen, welche Bindung er am Ski habe. Laut Hannawald sei diese Aussage an Dreistigkeit nicht zu schlagen und er könne Graabak nicht ernst nehmen.

Hannawald kritisiert auch Janne Ahonen scharf

In dem Interview soll Sven Hannawald auch seinen früheren Rivalen Janne Ahonen scharf kritisiert haben, nachdem dieser Manipulationen an seinen Anzügen zugegeben hatte. Hannwald verstehe nicht, was Ahonen mit seinen Äußerungen bezwecken wolle. Er sei vielmehr traurig darüber, dass der Konkurrenzkampf zwischen den beiden nicht fair abgelaufen sei.

Hannawald sei zudem der Meinung, dass Ahonens Geständnis seine gesamten Erfolge infrage stelle. Er widersprach Ahonen und betonte, dass es damals nicht üblich gewesen sei, zu tricksen und gegen die Regeln zu verstoßen.

Hannawald fordert dringend Reformen und strengere Kontrollen

Um zukünftige Manipulationen zu verhindern, müssten die Anzüge aus Hannawalds Sicht wieder vereinfacht werden. Zudem würden die Kontrollen laut Hannawald nicht regelkonform ablaufen: Sie seien der Grund dafür, dass es zu solch starken Manipulationen gekommen sei.

Laut der Skisprung-Ikone müsse der Weltverband FIS die anstehende Sommerpause nutzen, um das Regelwerk und insbesondere die Kontrollen zu überarbeiten.

Wie verlaufen die letzten Weltcup-Wettbewerbe vor der Sommerpause?

Vom 27. bis 30. März 2025 wird in Planica, Slowenien, das Skisprung-Weltcup-Finale ausgetragen. Viele Fans und Experten sind angespannt und fragen sich, wie das letzte Weltcup-Wochenende vor der Sommerpause verlaufen wird und ob die Sportart danach zur Ruhe kommen wird.

Sportwetten-Fans haben zudem die Möglichkeit, auf ihre Favoriten zu wetten. Der Weltcup wird am 27. März ab 10 Uhr mit der Qualifikation der Männer beim Skifliegen beginnen. Bei den Sportwetten werden derzeit Quoten für verschiedene Head-to-Head Begegnungen angeboten:

  • Domen Prevc (1,40) – Timi Zajc (2,70)
  • Anze Lansiek (1,60) – Stefan Kraft (2,20)
  • Andreas Wellinger (1,65) – Ryoyu Kobayashi (2,10)

Das Weltcup-Finale dürfte für einen spannenden Endspurt der Saison 2024/2025 sorgen und anschließend die Sommerpause einläuten.

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