Spannender Deal: Spielbank Bad Homburg soll Neubau des Kurhauses in Bad Homburg finanzieren
- Bad Homburg möchte Neubau des Kurhauses mit Glücksspiel-Einnahmen finanzieren
- Spielbank Bad Homburg soll aus dem Kurpark an den neuen Standort umziehen
- Eröffnung des neuen Kurhauses vor 2031 unrealistisch

Die Spielbank Bad Homburg könnte in den nächsten Jahren aus dem Brunnensälchen im Kurpark ausziehen. © Dontworry/Wikipedia
Abriss und Neubau statt Sanierung
Die Stadt Bad Homburg plane, das in die Jahre gekommene Kurhaus durch einen Neubau zu ersetzen. Doch statt dafür auf Steuergelder zuzugreifen, solle die Spielbank Bad Homburg künftig als Hauptpächterin in das neue Kurhaus einziehen und mit ihren Pachteinnahmen den Neubau möglich machen, wie die Frankfurter Neue Presse berichtet.
Das bisherige Kurhaus wurde zwischen 1982 und 1984 errichtet. Inzwischen seien die Schäden am Bau jedoch gravierend und die Sicherheitsmängel eklatant. Die Möglichkeit einer umfassenden Sanierung sei lange diskutiert worden, die Maßnahmen wären jedoch zu teuer und aus Sicht der Stadt nicht zukunftsfähig.
Jetzt scheint die perfekte Lösung gefunden worden zu sein: Die Spielbank Bad Homburg, die bisher im Brunnensälchen im Kurpark untergebracht ist und trotz eines Skandals in den Jahren 2018 und 2019 zuverlässig Einnahmen für die Stadt generiert, soll als Hauptmieterin in das neue Kurhaus ziehen. Durch die größeren Räumlichkeiten könnten sich die Einnahmen um rund 13 Millionen Euro pro Jahr erhöhen.
Die Geschichte könnte sich wiederholen
Der Plan des Umzugs der Spielbank Bad Homburg hat nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch historischen Charme. Bereits im 19. Jahrhundert war die Spielbank im damaligen Kurhaus von Bad Homburg beheimatet. Im Jahr 1841 öffneten die Pforten des Casinos, was maßgeblich zum Aufstieg der Stadt beitrug.

Die Spielbank Bad Homburg hat seinerzeit schon das alte Kurhaus der Stadt finanziert. © Wikipedia
Bedingung für die Aufnahme des Glücksspielbetriebs war die Finanzierung und Übereignung des damaligen Kurhauses von Bad Homburg an den Landgrafen. Zudem mussten die Betreiber im Laufe der Jahre auch die Straßenbeleuchtung in Bad Homburg und die Errichtung einer Eisenbahnverbindung nach Frankfurt bezahlen.
Nachdem die Spielbank im Jahr 1872 aufgrund des Glücksspielverbotes in Preußen für 77 Jahre schließen musste, wurde 1949 die Neueröffnung im Brunnensälchen im Kurpark gefeiert. Hier hatte die Spielbank schon während der Bauarbeiten des alten Kurhauses ihren Sitz gehabt. Nun könnte sich der Kreis mit dem Umzug ins neue Kurhaus schließen.
Oberbürgermeister sieht Win-Win-Win-Situation
Die künftigen Pachtzahlungen der Francois-Blanc-Spielbank GmbH, der Betreibergesellschaft des Bad Homburger Casinos, an die städtische Kur- und Kongress-GmbH könnten ersten Berechnungen zufolge den Bau weitgehend finanzieren, sodass kaum Mittel der Stadt notwendig wären.
Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) habe in einer gemeinsamem Pressekonferenz mit dem Kurdirektor Holger Reuter von einer “Win-Win-Win-Situation” gesprochen:
- Die Stadt profitiere, weil sie keinen Neubau über den Haushalt finanzieren müsse, sondern die Kosten nahezu vollständig über die Spielbankerlöse abgedeckt wären. Die Verlängerung der Konzession für die Spielbank Bad Homburg über das Jahr 2027 hinaus werde an den Umzug gekoppelt.
- Die Spielbank erhalte größere Flächen und könne ihre Kapazitäten deutlich ausbauen. Im Kurhaus könnten beispielsweise rund 50 zusätzliche Spielautomaten Platz finden.
- Das Land Hessen, dem die Glücksspielaufsicht obliegt und das an den Bruttoerträgen der Standorte in Bad Homburg, Bad Wildungen, Kassel und Wiesbaden beteiligt ist, würde ebenfalls von den höheren Einnahmen profitieren.
Bevor der Neubau beginnen kann, müssten zunächst noch die Stadtverordneten der Finanzierung zustimmen. Aufgrund bestehender Mietverträge und einer jahrelangen Bau- und Planungsphase, sei nicht vor 2031 mit einer Eröffnung des neuen Kurhauses zu rechnen.