Betrug im Casino Wien: Croupière erbeutet mit Komplizen 100.000 EUR

  • Skandal im Casino Wien: Eine Angestellte soll das Casino um 100.000 EUR betrogen haben.
  • Die Croupière habe mit einem Komplizen zusammengearbeitet.
  • Sie sei vor Ort zur Rede gestellt worden und habe den Betrug zugegeben.
Außenaufnahme des Casino Wien.

Der Betrugsversuch im Casino Wien sei rasch erkannt worden. © Wikipedia

Croupière soll mit einem Gast zusammengearbeitet haben

Im Casino Wien soll sich vor einigen Wochen ein aufsehenerregender Skandal ereignet haben. Wie unter anderem die österreichische Zeitung Heute berichtet, habe eine Croupière gemeinsam mit einem Komplizen einen ausgeklügelten Plan entwickelt.

Sie soll mit einem als Gast getarnten Komplizen bei einem Kartenspiel zusammengearbeitet haben. Um welches Spiel es sich dabei genau gehandelt habe, ist nicht veröffentlicht worden.

Vermutlich habe sie ihm gezielt Gewinne ermöglicht. Das Duo habe dadurch eine Summe von rund 100.000 EUR erbeutet.

Überwachungskameras decken Betrug auf

Der Betrug sei schnell aufgeflogen, denn das Casino Wien habe eine flächendeckende Kameraüberwachung und ein starkes Sicherheitskonzept. Dass die Croupière mit dem Gast zusammenarbeite, sei anhand der auffälligen Spielmuster durch das Überwachungssystem schnell erkannt worden:

“Durch das gute Zusammenspiel der zentralen Sicherheit und des lokalen Managements ist der Vorfall rasch bemerkt worden. Die Konsequenzen wurden unmittelbar gezogen.”, Statement des Casinos, Heute

Sicherheitsmitarbeiter, Vize-Direkoren und Betriebsratsvorsitzende sollen die Croupière im Anschluss mit dem Videomaterial konfrontiert haben. Sie habe den Betrug sofort zugegeben und noch im Casino ein schriftliches Geständnis abgegeben.

Darin verpflichte sie sich, die erbeutete Summe von rund 100.000 EUR zurückzuzahlen. Anschließend sei sie fristlos entlassen worden.

Es heißt, dass das von Casinos Austria AG betriebene Casino bisher noch keine Strafanzeige gegen die Frau erstattet habe. Der Frau könnte eine Anzeige wegen schweren Betrugs drohen. In Österreich kann dafür eine Geldstrafe sowie eine Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren verhängt werden.

Casinos immer wieder Schauplatz von Straftaten

Aufnahme mehrerer Spielautomaten in einem Casino.

In den vergangenen Jahren haben sich spektakuläre Straftaten in Casinos ereignet (Symbolbild). ©zikiline/pixabay.com

Der Betrugsversuch im Casino Wien ist bei Weitem nicht der einzige Casino-Skandal der vergangenen Jahre. Anfang März dieses Jahres habe sich im Casino Baden-Baden ein ähnlicher Vorfall ereignet. Ein Croupier soll mit einem Gast zusammengearbeitet und unrechtmäßig Jetons gegen höherwertige Jetons eingetauscht haben. Diese seien anschließend in Bargeld umgetauscht worden – die Schadensumme belaufe sich auf rund 95.000 EUR. Der Croupier sei daraufhin festgenommen worden.

Im Februar dieses Jahres verhandelte ein Schweizer Gericht einen spektakulären Fall von versuchter Geldwäsche im Swiss Casino Zürich.

Die Täter sollen zunächst zwei Geldautomaten gesprengt und anschließend versucht haben, das Geld im Swiss Casino Zürich zu waschen. Auch dieser Betrugsversuch wurde durch die Sicherheitskameras dokumentiert und erkannt. Die Täter wurden im Februar zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Eine weitere Straftat ereignete sich Anfang März in Österreich. In Bregenz wurde das Casino überfallen: Der maskierte Täter habe einen Angestellten mit einer Schusswaffe bedroht und sei anschließend mit der Beute geflüchtet. Auch dieser Täter sei durch die Behörden schnell gefasst worden.

Direktor informiert Mitarbeiter über den Vorfall

Nach dem Vorfall habe der Casino-Direktor ein Rundschreiben an alle Mitarbeiter verfasst, um möglichen Mutmaßungen und Gerüchten entgegenzuwirken. In dem Schreiben heiße es, dass die Mitarbeiterin rasch überführt und fristlos entlassen worden sei.

Bisher seien keine exakten Informationen über die erbeutete Summe veröffentlicht worden. Das Casino habe den Vorfall gegenüber der Zeitung Heute zwar bestätigt, wolle die genaue Schadenssumme jedoch nicht preisgeben.

Auch die Casinos Austria AG betone in einer Stellungnahme, dass der Betrugsversuch schnell erkannt worden sei und augenblicklich Maßnahmen ergriffen worden seien. Ob der Glücksspiel-Konzern rechtlich gegen die Frau vorgehen wolle, sei bisher nicht bekannt.

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